Montag, 5. September 2011

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Wie ist die derzeitige Situation der Berber in Libyen? Zur matriarchal orientierten Kultur der Berber siehe das Buch in der Holdenhof - Mediathek:
Malika Grasshoff - Makilam, Die Magie kabylischer Frauen und die Einheit einer traditionellen Berbergesellschaft. Erste Informationen bei den Amazon-Rezensionen.





Februar: "In Libyen sind seit Mitte Dezember 2010 mehr als ein Dutzend Aktivisten der Berber-Ureinwohner von Geheimpolizisten aufgesucht, verhört und bedroht worden. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) in Göttingen erklärte am Donnerstag, Libyens Staatschef Muammar al-Gaddafi befürchte offenbar ein Aufbegehren der Berber. Mit Umbesetzungen in der Armee wolle er zudem Unruhen wie in anderen nordafrikanischen Ländern begegnen."






"Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) in Göttingen berichtete am Donnerstag, zwei junge Menschenrechtler, die für das marokkanische "Königliche Institut für masirische Kultur" (IRCAM) einen Report über die Lage der Masiren (Berber) in Libyen schreiben sollten, wurden am 16. Dezember in ihrer Wohnung in Tripolis von Geheimpolizisten festgenommen. Die Brüder sind seither in Haft. Sie befinden sich zurzeit im Gefängnis von Jdaida. Ihnen wird "Spionage" und "Zusammenarbeit mit Israel" vorgeworfen.
"Die Vorwürfe gegen Mazigh Fathi und Madghis Bouzekhar sind absurd", erklärte der GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius. "Die Zwillinge, die Mitglieder der masirischen Jugendorganisation "Congrès de la Jeunesse Amazighe" sind, wollten nur die im Ausland wenig bekannte schwierige Lage der Ureinwohner Libyens dokumentieren." In der arabischen Welt hätten solche Beschuldigungen jedoch eine große Tragweite, da die Betroffenen so nachhaltig diffamiert und isoliert werden. Madghis wurde einen Monat lang in Isolationshaft gehalten und dabei immer wieder gefoltert.
Mit der Anerkennung des kulturellen und historischen Erbes der Masiren tut sich Gaddafi schwer. Mehrfach hat er gedroht, alle Personen, die sich als Nicht-Araber bezeichnen, auszuweisen ... Die Masiren, die rund zehn Prozent der Bevölkerung Libyens stellen und zu denen auch weit mehr als zehntausend Tuareg im Südwesten des Landes zählen, sehen sich nicht als Araber an. Sie pflegen eine andere Kultur, sprechen eine andere Sprache und haben andere Wertvorstellungen als die arabische Mehrheitsgesellschaft."







August: "Libyens Berber sind nach Informationen der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) maßgeblich an den Militäroffensiven auf die libysche Hauptstadt Tripolis beteiligt. "Viele Berber sind nach 42 Jahren der Unterdrückung durch das Gaddafi-Regime dazu bereit, ein sehr hohes Risiko auf sich zu nehmen. Sie wollen erreichen, dass ihre Sprache und grundlegenden Menschenrechte endlich anerkannt werden", sagte GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius am Dienstag in Göttingen ... Libyens Berber und Tuareg haben aus den Erfahrungen der Berber in Algerien gelernt, die nach der Unabhängigkeit ihres Landes 1962 übergangen und arabisiert wurden", sagte Delius. "Während des Unabhängigkeitskampfes war den Ureinwohnern immer versprochen worden, dass ihre Kultur in einem freien Algerien anerkannt wird."







"Algier - Die Kämpfer der neuen Führung in Libyen machen nach Angaben eines Tuareg-Vertreters regelrecht Jagd auf Angehörige des Nomadenvolks. "Die Situation ist katastrophal, die Tuareg in Libyen werden von den libyschen Rebellen gejagt, die sie für Gaddafi-Anhänger halten", sagte der Vertreter der Koordinierung der Tuareg in Libyen, Ishak Ag Hassini, der algerischen Zeitung "Al Khabar" vom Sonntag. Er sprach dabei von "Massenmorden und Liquidationen"."
Kommentator: "Teile der Tuareg stehen hinter den Rebellen, Teile standen hinter Gaddafi. In einem Interview in einer algerischen Zeitung erklärt der nach Algerien geflüchtete Vertreter der Koordinierung der Tuareg in Libyen, Hassini, der in den letzten Monate immer wieder einer jener war, der sich für Gaddafi positioniert hatte, einer algerischen Zeitung, dass es "Massenmorde" gibt. Einer der Hauptgründe sei: die Tuareg hätten sich gegen eine Entwaffnung durch die neue Regierung gewehrt. Irgendeine Bestätigung durch eine unabhängige Quelle gibt es nicht - einzig die Aussage des geflüchteten Vertreters."







"Die Tuareg (Singular: Targi, Berbersprache: Imajeghen, Imuhag, Imushagh oder Imorschah) sind ein zu den Berbern zählendes indigenes Volk in Afrika, dessen Siedlungsgebiet sich über die Wüste Sahara und den Sahel erstreckt. Unter den Tuareg werden mehrere Sprachen gesprochen, von Songhay über Arabisch und Hassanyia bis Tamascheq und Französisch, ihre Schrift ist das Tifinagh. Sie leben seit Jahrhunderten nomadisch im Gebiet der heutigen Staaten Mali, Algerien, Niger, Libyen, Burkina Faso und Marokko und zählen heute etwa eine Million Menschen. In den letzten Jahren kam es immer wieder zu Aufständen der Tuareg, die sich dabei behindert fühlen, ihre traditionelle nomadische Lebensweise fortzuführen. Allerdings sind auch viele inzwischen sesshaft geworden."
















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