Dienstag, 27. April 2010

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"Wir wollen der Himmelskönigin räuchern und ihr Trankopfer darbringen!"




Gegen den Widerstand strenggläubiger Juden ist in Palästina eine rege Ausgrabungstätigkeit im Gang. Man müsse dem heiligen Boden die gebührende Ruhe lassen, argumentieren die Rabbiner.
Sie, die ihre Bibel am besten kennen, werden sehr wohl wissen, was die heilige Erde birgt: Den Beweis der matriarchalen Traditionen des jüdischen Volkes.
Wenn Steine zu sprechen beginnen, könnte tief Verdrängtes in der jüdischen Seele wieder ins Bewußtsein gehoben werden.
Das geht nicht nur Juden an, sondern die gesamte abendländische Kultur, die in einer gewaltigen Transplantation der biblischen Überlieferung aufgepropft worden ist.
Yigal Schilohs jüngste Ausgrabungen unterhalb des Salomonischen Tempels in Jerusalem haben Statuetten der Anat und Aserat zutage gefördert. Aber wir wissen bereits aus der Bibel, daß die Himmelskönigin noch zur Zeit des babylonischen Großreiches Nebukadnezar in Jerusalem verehrt worden ist.
Als Jeremia, der Prophet Jahwes, das jüdische Volk zur Anbetung seines Gottes zwingen will ...







"Da antworteten dem Jeremia alle Männer, die da wohl wußten, daß ihre Weiber anderen Götter räucherten, und alle Weiber, die in großen Haufen dastanden, samt allem Volk, die in Ägyptenland wohnten und in Pathros, und sprachen:
Nach dem Wort, das du im Namen des Herrn uns sagtest,
wollen wir dir nicht gehorchen;
sondern wollen tun nach allem dem Wort,
das aus unserem Mund geht,
und wollen der Himmelskönigin räuchern
und ihr Trankopfer darbringen
wie unsere Väter und Fürsten getan haben in den Städten Judas
und auf den Gassen zu Jerusalem.
Da hatten wir auch Brot genug; es ging uns wohl,
und wir sahen kein Unglück.
Seit der Zeit aber,
daß wir haben abgelassen,
der Himmelskönigin zu räuchern und ihr Trankopfer zu opfern,
haben wir allen Mangel gelitten
und sind durch Schwert und Hunger umgekommen.








Die Jahwe-Priester bekämpfen den Kult der Anat, verbrennen die Bilder der Aserat, fordern die abstrakte, die unanschauliche Gottesverehrung.







"Du sollst dir kein Bildnis
noch irgendein Gleichnis machen,
weder des, das oben im Himmel,
noch des, das unten auf Erden,
oder des, das im Wasser unter der Erde ist.
Bete sie nicht an
und diene ihnen nicht!








Warum bekämpft der Vatergott die farbige Sinnenwelt anschaulicher Bilder?
Einst war das Symbol Fundament des Glaubens. In den Bildern der Natur erfuhren die Menschen den Sinn des Daseins. Die Anschaulichkeit des Symbols gab dem Göttlichen seine Bestätigung und seine Würde. Der Mensch war noch ganz ge-Bild-et. Er lebte in Übereinstimmung mit seinen Symbolen.
Die patriarchalen Schöpfungsvorstellungen kranken an der Parodoxie des Symbols. Der Vater kann den Sohn nicht gebären. "Er kommt aus des Vaters Schoß!" läßt sich predigen, singen und sagen. Bildlich darstellen läßt es sich nicht.
Deshalb zieht sich der patriarchale Schöpfungsbericht auf das Wort zurück:
Am Anfang war das Wort!
Sind Worte nicht - von Anfang an - der Aufstand gegen das Bild gewesen? Die Revolution des Abstraktum gegen das anschauliche Symbol?
Wie mit einer Beschwörungsformel wird die Verlesung jeden Bibeltextes von der Kanzel mit den Worten eigeleitet:
"Es steht geschrieben!".
Als könne keine Gewalt der Erde das Wort umstoßen, das Beweiskraft habe, weil es geschrieben steht. Selbst das Unglaubliche läßt sich in Worte fassen:
Adam gebiert aus der Rippe.
Die Mutter alles Lebendigen, die Seele des Alls, wird zum Geschöpf.
Die Herrin des Himmels wird zur Gehilfin des Mannes.







Gerda Weiler, Ich verwerfe im Lande die Kriege. Das verborgene Matriarchat im Alten Testament











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Selbst ich weiß natürlich als alte Öffentlichkeitsarbeiterin, dass man manche Dinge einfach nicht alleine tun kann und sich besser beraten lässt, wenn es um eigene Interessen geht. Beraten lässt von verschiedenen Organisationen, falls es irgendwo Informationslücken gibt. Unten auf der Mülltonne lagen drei Bücher mit lustigen Titeln. Einer davon in grün-weiß trägt den Titel "Geldgeier". Das ist eine legitime Haltung. Besser Geldgeier als armes Opfer. Was ich allerdings nicht mit dem Zitat verwechselt haben möchte, dass es mehr Spaß macht, Täter als Opfer zu sein. Manchmal muß man eben auch in der Lage sein, Augen und Ohren zu verschließen, wenn da draußen zu viel Dreck in der Luft liegt. Richtig gehört: Ich bin taub, weil ich einfach nicht hören will und habe mit Brille einen ungewöhnlich scharfen Adlerblick. Was wahrscheinlich an der großen Nase und den roten Haaren liegt und der Fähigkeit von weise werdenden Frauen, sich mit Hilfe von Shapeshifting Tierkräfte anzueignen. Ich freue mich auf den Aufbau des Holdenhof, ungestörte Besuche in der Anderswelt und einen Herd für die Clanmütter in der Mitte des Holdenhof, der alle guten Zutaten zu einem wohltuenden Mahl transformieren wird.











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Sonntag, 25. April 2010

Agora

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Der Film "Agora - Die Säulen des Himmels"



Agora" erzählt, wie die Hochkultur im antiken Alexandria von christlichen Fundamentalisten zerstört wird. Im Zentrum: der Mord an der Philosophin Hypatia, deren Werk in der Bibliothek von Alexandria vernichtet wurde. Hier der Trailer zum Film. Und im Forum zum SPON-Interview mit einer polnischen Historikerin, die nicht nur die erotische Film-Rolle stört, eine kleine Kostprobe der Kämpfe. Schade, dass der Film nicht in allen Städten läuft, wie ich im Forum lese. Mag beispielsweise die Stadt Münster nicht? Dabei ist der Bildungsbedarf auch in dieser Stadt groß. Außerdem heute im SPIEGEL ein Artikel über den Wiederaufbau der Bibliothek von Alexandria. Trotz intensiver Suche im Artikel habe ich leider keinen einzigen Frauennamen gefunden.





Nicht nur für Münsteraner hier wieder ein Stück Kulturgeschichte:




"Die Steinbocksymbolik, die ursprünglich jene Lebenskraft bedeutete, die aus dem Dunkel wieder ans Licht führte, wurde mit dem Dunkel selbst identifiziert", schreibt Gerda Weiler. (Ebd., S. 39) Konsequenterweise wurde der Steinbock in der Bibel zum übelriechenden Ziegenbock verwandelt.
Beispielhaft analysiert Weiler eine künstlerische Darstellung im Freiburger Münster aus dem späten 13. Jahrhundert. Auf den ersten Blick zeigt sie die Himmelsgöttin und ihren Steinbock. Doch die schöne nackte Gestalt ist keine Göttin, sondern Voluptas, die Wollust, und das Steinbockfell um ihre Schultern symbolisiert Satan, den Hurenknecht.
Diese und ähnliche Darstellungen der Wollust mit dem Bock waren sehr gebräuchlich in der gotischen Kunst. Wer etwa die berühmte Kathedrale im französischen Auxerre besucht, wird dieses Motiv dort ebenso finden, wie an vielen anderen Orten.
Und wer kennt nicht das berühmte Dürer-Bild "Hexe auf Teufel reitend" (um 1500)? Auf diesem Bild ist alles ins Gegenteil verkehrt, Symbol für das teuflisch Böse im Gegensatz zu rechten Weltordnung des Christentums. Dürer hat das Motiv der Aphrodite - der ehemaligen Himmelskönigin Ischtar - vermutlich auf seiner Italien-Reise kennen gelernt.
Der nackte Körper der Göttin ist zum Symbol der Sünde geworden, der Steinbock - einst das Symbol männlicher Schöpferkraft - ist zum "Leibhaftigen" verkommen, dem eben nur noch der Leib anhaftet, als sichtbares Zeichen seiner Trieb-haftigkeit.
"In keinem Begriff wird die Leibfeindlichkeit des Christentums so eindeutig auf den Punkt gebracht wie in dem Begriff "der Leibhaftige", schreibt Weiler. (Ebd., S. 60) Die symbolische Verschiebung von der Himmelsgöttin und ihrem Steinbock zur Hexe und ihrem teuflischen Hurenbock ist Ausdruck des patriarchalen Dominanzdenkens: Alle Macht liegt in den Händen weniger Männer, Andersgläubige, Juden, Muslime, Frauen werden diffamiert, sie können nur im Verborgenen (über-)leben." (Gerda Weiler)











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Mittwoch, 21. April 2010

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Es sind Fotos, die zeigen, dass sich sehr behutsam unterstützt ein Gefühl für die Verbindung von Geist UND Körper entwickeln kann, so, wie wir es auch bei vielen Philosophinnen (Siehe: Aus-stellung) in ihren Schriften wieder-finden, wenn sie nicht zu denen ge-hörten, deren Werke in der Bibliothek von Alexandria vom aufgehetzten wütenden Mob zerstört wurden. Immer mehr Philosophinnen überwinden die Hürden der jahrtausendealten Misogynie, ein Umstand, den ich sehr gerne auch in der Auswahl der Lektüre im Fach Philosophie wieder-finden würde. Es wird höchste Zeit. Denn dann kommen wir vielleicht viel eher zu dem Zustand, bei dem im Auge manches Betrachters nicht gleich der Nutzwert des zu Betrachtenden steht, es sei denn, dieses ist der ausdrückliche Zweck, und wir erleben vielleicht nicht mehr, dass mancher Reformpädagoge und Theologe seine Schützlinge als dienstbare Objekte betrachtet. Es soll übrigens auch Väter geben, die ihre Mädchen zuhause am Tisch vor allen anderen anpfeifen, diese sollten gefälligst die Beine zusammenhalten. Würde ich offiziell von solch einem Fall er-fahren, ich wüßte, was ich vor allen anderen auf der nächsten Elternversammlung dazu sagen würde.



Bild: Marit Rullmann, Sophias Weisheiten: 'Mit Zitaten von rund 100 Philosophinnen und einigen Schriftstellerinnen aus drei Jahrtau-senden zeigt Marit Rullmann, dass Frauen schon immer philosophiert haben. Ob über "Leib und Seele", "Geburt und Tod", "Liebe und Freundschaft", "Denken und Fühlen", "Freiheit und Verantwor-tung"., "Recht und Gerechtigkeit", "Frauen und Männer", "Sprache und Kommunikation", "Geschichte und Patriarchat" - quer durch alle Zeiten und zu allen Themen hat sie in diesem reichhaltigen Zitaten-Schatz Gedanken von Denke-rinnen und Dichterinnen zusammengetragen.'











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Freitag, 16. April 2010

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Website Live Love Lust
Erika Lust









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"Viele Jugendliche klicken im Internet Pornos an, bei denen ihre Eltern noch rot vor Scham geworden wären - und sie sind dennoch konservativer eingestellt als die ältere Generation.
Wie eine Studie der Niedersächsischen Landesmedienanstalt ergeben hat, prägt der Konsum der Pornofilme nämlich ein altmodisches Frauen- und Männerbild. Während viele Sexualkontakte bei Jungen als cool gelten, würden Mädchen dafür als Schlampen disqualifiziert, heißt es in der in Hannover vorgestellten Befragung junger Menschen. Für viele von ihnen gehören die kostenlos zugänglichen Sex-Filme auf Computer oder Handy zwar zum Alltag - tatsächlich haben sie aber eher weniger Sex als Jugendliche früher."




Anmerkung: Sie haben nicht nur weniger Sex, sie haben auch keine Ahnung von dieser Kunst, die es erst einmal zu erlernen gilt. Und manchen mangelt es schlicht am Willen und der Fähigkeit, sich in weibliche Welten einzufühlen. Daher bitte noch mehr Erotik- und Pornofilmerinnen an die Front! Siehe zum Beispiel das Manifest der Spanierin Erika Lust für einen neuen Pornofilm: intelligent, weiblich und feministisch.









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"Die untergeordnete Rolle der Frauen in großen Bereichen des öffentlichen Lebens ist nur scheinbar (vgl. Makilam 2003) und bezieht sich ausschließlich auf den Umgang mit den Kolonialmächten. Innerhalb der Gruppe haben Frauen wie Männer ihren Platz. Alte Frauen können im rituellen Bereich erhebliches Prestige erlangen.
Die Bedeutung der Frauen als der eigentlichen Trägerinnen der durch Heirat entstandenen Allianzen zwischen den Abstammungsgruppen und ihre in polygynen Gesellschaften häufige Rolle als "Angelpunkte" der Segmentation wurden in den Ethnographien oft unterschätzt (SOUTHALL 1952; HUBER 1984).
Die wichtigsten personalen Instanzen in segmentären Gesellschaften sind Schamanen und andere Ritualexperten, die auf der politischen Ebene ausschließlich als Vermittler fungieren und die Ältesten (Ältestenrat)."










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WELT ONLINE: Mal ehrlich, Frau Baffoe, so unter uns: Wie oft sind Sie diese Woche wieder mal ausgerastet und haben mit Ihrem Fleischmesser Yogarollen zerlegt?



Rosalind Baffoe: Huch? Gar nicht! Wieso fragen Sie mich so was?



WELT ONLINE: Wer dieser Tage die Aufklärungsserie von Doris Dörrie zum Thema Wechseljahre verfolgt, der lernt vor allem, dass die Frau ab Mitte 40 ein zumeist keifendes, frustriert hysterisches Wesen ist ...




Rosalind Baffoe: ... Meine Eltern stammen beide aus Ghana. In Afrika kommen Frauen mit Beginn der Wechseljahre in den Ältestenrat und gelten als weise und erfahren. Darum habe ich eine andere Einstellung zu diesem Thema.




... Ich bin wirklich nicht männerfeindlich, aber der große Denkfehler ist, dass nur Frauen alt werden und Männer ewig können. Von wegen! Die Praxen sind voll von Kerlen ab Mitte, Ende 30. Diagnose: Erektile Dysfunktion – darüber redet keiner. Ein Problem, das wir nie haben werden! Wir können immer, wir bleiben ewig 15. Wenn es kein Viagra gäbe, stünde es 1:1 im Geschlechterduell. Darum sag' ich immer, Frauen seid mal cool. Wir können so was von entspannt sein. Wir dürfen uns nicht so unter Druck setzen lassen."





Anmerkung: Zur Sache mit dem Hormonpflaster empfehle ich die Lektüre von weisen Frauen wie Rina Nissim. Und vielen anderen.









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Matriarchale Werte - eine Option?
Eine Option!
Von Irene Fleiss
(Foto: "Schwarze Madonna")








"Gerda Weiler setzte sich jahrzehntelang dafür ein, dass Frauen ihre ursprüngliche kreative Stärke (wieder) entdecken und sie politisch, sozial und wissenschaftlich wirksam werden lassen. Der Förderverein Gerda-Weiler-Stiftung e.V. trägt und stützt dieses Ziel - was ich selbst erleben durfte, nicht nur finanziell, sondern auch durch Zuspruch und ideell. Gerda Weiler hat in „Ich brauche die Göttin" gesagt: "Das befreite Bewusstsein der Frauen ist die Kraft, die den Sprung in eine metapatriarchale Zukunft vorbereiten und erleichtern wird. "Um neue Ideen zu entwickeln, muss frau sich manchmal auf ganz alte Ideen besinnen. Nicht um sie in unveränderter Form wiederzubeleben, nicht um der Vergangenheit nachzuweinen oder in eine idealisierte Vergangenheit zu flüchten - sondern um zusehen, was möglich war. Denn wenn ganz andere Lebensformen, Gesellschaftsformen, Strukturen möglich waren, sind sie auch in Zukunft möglich. Dann liegt es nur an uns, eine Synthese zu finden und von dem, was wir haben, und von dem, was wir einst hatten, das Beste zu nehmen und etwas ganz Neues daraus zu machen."










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